ChatGPT für Blogartikel, Midjourney für Social-Media-Grafiken, KI-Tools für Newsletter-Texte – im Marketing ist KI längst Alltag. Ab August 2026 stellt der EU AI Act klare Anforderungen an die Kennzeichnung dieser Inhalte. Für Marketingteams bedeutet das: Workflows anpassen, bevor die Frist greift.
Was muss gekennzeichnet werden?
Der AI Act unterscheidet zwischen vollständig KI-generierten Inhalten und KI-unterstützten Inhalten. Vollständig von KI erzeugte Texte, Bilder, Videos und Audiodateien fallen klar unter die Kennzeichnungspflicht. Bei KI-unterstützten Inhalten – etwa wenn ein Mensch den Text schreibt und KI nur lektoriert – ist die Lage weniger eindeutig. Die sichere Empfehlung: im Zweifel kennzeichnen.
Praktische Umsetzung für Marketingteams
Blog-Artikel und Website-Content: Ergänzen Sie maschinenlesbare Metadaten, die den KI-Anteil kennzeichnen. Ein einfacher Disclaimer im Footer reicht nicht aus – die Kennzeichnung muss maschinenlesbar sein.
Social-Media-Posts: Viele Plattformen implementieren bereits eigene KI-Kennzeichnungen (Instagram, LinkedIn). Nutzen Sie diese Features und ergänzen Sie bei Bedarf eigene Hinweise.
Bilder und Grafiken: KI-generierte Bilder sollten mit Metadaten nach dem C2PA-Standard versehen werden. Tools wie Adobe Firefly integrieren dies bereits nativ. Bei Midjourney oder DALL-E müssen Sie die Metadaten manuell oder über Workflow-Tools ergänzen.
Newsletter und E-Mails: Automatisiert versandte KI-Inhalte fallen unter die Kennzeichnungspflicht. Prüfen Sie Ihren E-Mail-Marketing-Workflow auf KI-generierte Bestandteile.
Workflow-Empfehlung
Erstellen Sie eine interne Richtlinie, die festlegt: Welche Tools gelten als KI im Sinne des AI Act? Wie wird der KI-Einsatz dokumentiert? Wer ist für die Kennzeichnung verantwortlich? Wie wird die Kennzeichnung technisch umgesetzt?
Ein einfacher Entscheidungsbaum hilft: Wurde der Inhalt ganz oder überwiegend von KI generiert? Falls ja: maschinenlesbare Kennzeichnung. Wurde KI nur als Hilfsmittel eingesetzt? Falls ja: Dokumentation intern, Kennzeichnung empfohlen.
FAQ
Muss ich auch KI-generierte Produktbeschreibungen kennzeichnen? Wenn sie von einem KI-System erzeugt und veröffentlicht werden: ja. Die Kennzeichnung schützt Sie rechtlich und signalisiert Transparenz.
Was ist mit KI-generierten Übersetzungen? Maschinelle Übersetzungen (DeepL, Google Translate) fallen potenziell unter die Kennzeichnungspflicht, wenn sie unverändert veröffentlicht werden.
Wie reagieren Kunden auf KI-Kennzeichnung? Studien zeigen, dass transparente KI-Nutzung Vertrauen eher stärkt als schwächt. Offenheit signalisiert Professionalität.